Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin
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Zungendiagnose

Der / die Therapeut/in schließt aus Form, Farbe und Beschaffenheit der Zunge (rot? dick? mit Zahnabdrücken?) und Art und Farbe des Zungenbelags auf die Erkrankung. Bestimmte Areale auf der Zungenoberfläche sind bestimmten Organen zugeordnet.

Jetzt machen Sie mal Aaaa!" Diese Aufforderung kennen wir, wenn der Arzt Entzündungen im
Hals - Rachen - Raum untersucht. Der Doktor drückt dann meist mit einem Spatel die Zunge herunter, damit er einen besseren Blick in den Rachenraum des Patienten und auf dessen Mandeln hat. Seltener gilt die Aufmerksamkeit des Arztes der Zunge selbst. Dabei gibt gerade deren Zustand wichtige Hinweise auf den Gesundheitszustand des Menschen.

Heilpraktiker/innen und Ärzte, die in TCM ausgebildet sind, wissen das.
Denn in der TCM gehört die Inspektion der Zunge zu den vier grundlegenden Formen der Diagnostik. (Die anderen drei Formen sind übrigens: Riechen/Hören, die Pulsdiagnose und die Anamnese.)

Erstmals im Huang Ti Nei Ching, dem "Inneren Klassiker des gelben Kaisers" findet die Zungendiagnose Erwähnung. Schon im Zeitalter der Shang-Dynastie (16. Jahrhundert v. Chr. bis 1066 v. Chr.) war sie eine wichtige Diagnosemethode, und wurde im Laufe der folgenden Jahrhunderte weiter verfeinert (Ming-Dynastie 1368-1644 n. Chr.).

Die Zungendiagnose stellt eine wichtige Ergänzung zur Pulsdiagnose dar. Ihr Vorteil liegt, darin, dass die Veränderungen der Zunge nicht so schnell stattfinden, wie die des Pulses und somit nicht durch Ereignisse, die erst ganz kurz vor der Diagnose stattgefunden haben verfälscht werden können. Dadurch kann sie allerdings auch nicht, so wie die Pulsdiagnose, als eine Methode zur Erfolgskontrolle noch während der Behandlung eingesetzt werden.

Die Zungendiagnose ist bemerkenswert verlässlich: Wann immer bei komplizierten Zuständen widersprüchliche Manifestationen der Störung bestehen zeigt die Zunge beinahe immer das zugrunde liegende Basis Muster.

Die gesunde Zunge ist von normaler Größe und Beweglichkeit, nicht nach einer Seite hin abweichend, der Zungenkörper ist leicht gerötet und leicht feucht, der Belag ist schwach mit durchscheinender Zunge, nicht abwischbar, und leicht glänzend.

Beurteilt wird:

  1. der Zungenkörper, z.B. nach Form, Beweglichkeit, Haltung Farbe usw.,
  2. der Zungenbelag, nach Lokalisation, Farbe, Dicke, abwischbar oder nicht.
  3. Feuchtigkeit der Zunge
  4. Organzonen

Weist die Zunge Zahneindrücke auf, ist blass und geschwollen, so spricht dies für eine Ansammlung von Flüssigkeiten im Organismus, meistens einer Nieren und Milz-Yang Schwäche zugrunde liegend.
Ein Purpurfarbener Zungenkörper weist auf Blut Stase hin. Eine rote Zungenspitze weist auf sog. Herz-Feuer hin usw.

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